
Kurz gesagt: Die Einstellung, die OpenAI ankündigte, als dieser Artikel im März erstmals erschien, ist inzwischen abgeschlossen. OpenAI gab am 24. März 2026 bekannt, Sora einzustellen. Die Sora-App und die Website wurden am 26. April 2026 geschlossen, die Sora-2-Modelle und OpenAIs Videos API am 24. September 2026 abgeschaltet. In OpenAIs Entwicklerdokumentation heißt es inzwischen, dass es keine eins-zu-eins ersetzende API gibt. Wer Videos mit Sora gemacht hat, braucht ein neues Werkzeug – und für die meisten Sora-Workflows ist Googles Veo 3.1 der nächste Ersatz: Es erzeugt Video und Ton ebenfalls gemeinsam aus einem Prompt oder einem Bild und bietet zusätzlich Steuerung über Bilder und Referenzen, die Sora nie hatte.
Dieser Artikel erklärt den Zeitplan, was du verlierst, wo Veo 3.1 ein gleichwertiger Ersatz ist und wo nicht, und wie du deine Prompts anpasst.
Was mit Sora 2 passiert ist
OpenAI hat Sora 2 am 30. September 2025 zusammen mit einer Sora-Social-App veröffentlicht. Beworben wurde es mit physikalischem Realismus (danebengegangene Basketballwürfe prallen vom Ring ab, statt sich in den Korb zu teleportieren) sowie mit synchronem Dialog und Soundeffekten. Mit der Cameo-Funktion der App konnten sich Menschen einmal aufnehmen und dann mit ihrer Stimme in generierten Szenen auftreten. Im Oktober 2025 erhöhte OpenAI die Cliplänge auf 15 Sekunden für alle Nutzer und 25 Sekunden für Pro-Nutzer im Web und führte Storyboards für Pro-Nutzer ein.
Die Einstellung erfolgte in Etappen:
| Datum | Was sich geändert hat |
|---|---|
| 24. März 2026 | OpenAI kündigt an, Sora in App und API einzustellen, und benachrichtigt API-Entwickler |
| 26. April 2026 | Web- und App-Angebot von Sora enden |
| 24. September 2026 | sora-2, sora-2-pro und die Videos API werden abgeschaltet |
Quellen: OpenAIs Seite zu API-Abkündigungen und die Modellseiten zu Sora 2 sowie der Help-Center-Artikel von OpenAI zur Einstellung von Sora (Stand: 28. September 2026).
Was Sora-Nutzer verlieren
Es lohnt sich, genau zu benennen, was Sora nützlich gemacht hat, denn daraus ergibt sich, wonach du als Nächstes suchen solltest:
- Text und Bild zu Video mit Ton. Sora 2 erzeugte Dialog, Soundeffekte und Atmosphäre zusammen mit dem Bild.
- Längere Einzelclips. Bis zu 15 Sekunden in der App für alle, 25 Sekunden für Pro-Nutzer im Web.
- Storyboards, um einen Clip Einstellung für Einstellung zu planen (Pro).
- Cameos – das eigene Gesicht und die eigene Stimme in eine Szene einbauen.
- Physikalischer Realismus, den OpenAI zum zentralen Merkmal gemacht hatte.
- API-Zugang über
sora-2(720p) undsora-2-pro(bis zu 1080p), im Hoch- oder Querformat.
Kein einzelner Ersatz deckt all das ab. Vor allem für das Einfügen der eigenen Person im Stil von Cameo gibt es in Veo 3.1 keine direkte Entsprechung, und Googles Sicherheitsfilter schränken das Generieren echter Personen aus Fotos ein.
Warum Veo 3.1 der nächste Ersatz ist
Veo 3.1 wurde am 15. Oktober 2025 von Google DeepMind veröffentlicht und im Januar 2026 aktualisiert. So schneidet es im Vergleich zu dem ab, was Sora 2 geboten hat – auf Grundlage von Googles Gemini-API-Dokumentation und OpenAIs Modellseiten:
| Veo 3.1 (Google) | Sora 2 (vor der Abschaltung) | |
|---|---|---|
| Status | Verfügbar in der Gemini-App, in Flow, in der Gemini API und in Vertex AI | App am 26. April 2026 geschlossen; API am 24. September 2026 geschlossen |
| Nativer Ton | Ja, immer aktiv | Ja |
| Cliplänge | 4, 6 oder 8 Sekunden | Bis zu 15 s (25 s für Pro im Web) |
| Längere Sequenzen | Verlängerung: +7 s pro Schritt, insgesamt bis etwa 148 s in 720p | – (Storyboards dienten der Planung von Einstellungen) |
| Auflösung | 720p, 1080p, 4K | 720p (sora-2), bis zu 1080p (sora-2-pro) |
| Seitenverhältnisse | 16:9, 9:16 | Querformat, Hochformat |
| Start aus einem Bild | Ja | Ja |
| Erstes und letztes Bild | Ja | Nein |
| Referenzbilder | Bis zu 3 (Veo 3.1 und Veo 3.1 Fast) | Cameos (ein aufgenommenes Abbild) |
Wo Veo 3.1 gleichzieht oder weiter geht: Ton, der mit dem Bild entsteht, eine höhere maximale Auflösung (Google beschreibt die 1080p- und 4K-Ausgabe als hochskaliert), Hoch- und Querformat sowie mehr Möglichkeiten, eine Einstellung festzulegen – ein Startbild, ein optionales Endbild oder bis zu drei Referenzbilder für eine gleichbleibende Figur oder ein gleichbleibendes Produkt.
Wo du dich umstellen musst: Einzelclips sind kürzer. Mit Sora konntest du 15 bis 25 Sekunden am Stück generieren; Veo 3.1 liefert bis zu 8 Sekunden pro Clip. Für längere Videos verlängerst du einen Clip in Googles eigenen Werkzeugen oder schneidest mehrere Clips zusammen. Wenn die meisten deiner Sora-Videos lange Einzelaufnahmen waren, plane sie stattdessen als Folge kurzer Einstellungen.
Deine Sora-Prompts zu Veo 3.1 übertragen
Waren deine Sora-Prompts locker und stimmungsgetrieben, solltest du sie straffen: Veo 3.1 belohnt konkrete Anweisungen – Google nennt die bessere Prompt-Treue als eine der wichtigsten Verbesserungen von 3.1. Wenn du einen Sora-Prompt überträgst:
- Teile lange Ideen in Einstellungen auf. Aus einem 20-Sekunden-Konzept für Sora werden zwei oder drei Einstellungen von 8 Sekunden, jede mit einer Haupthandlung.
- Benenne die Kamera. „Slow push-in“, „handheld“, „low-angle tracking shot“ (langsame Ranfahrt, Handkamera, Kamerafahrt aus der Untersicht) – schreib es hin, statt darauf zu hoffen.
- Schreib den Ton auf. Nenne die Atmosphäre, den wichtigsten Effekt und jeden gesprochenen Satz in Anführungszeichen. In einen 8-Sekunden-Clip passen ein oder zwei Dialogzeilen, keine Rede.
- Leg den Look mit einem Bild fest, wenn es darauf ankommt. Wenn eine Figur oder ein Produkt über mehrere Einstellungen gleich bleiben muss, starte jede Einstellung mit demselben Standbild oder nutze Referenzbilder.
- Schreib auf Englisch, um die vorhersehbarsten Ergebnisse zu erhalten; laut Google wurden andere Sprachen noch nicht vollständig evaluiert.
Für Entwickler: Die Sora-API gibt es nicht mehr, Pipelines brauchen also einen neuen Anbieter. Veo 3.1 ist über die Gemini API und Vertex AI als kostenpflichtige Vorschau verfügbar, in den Stufen Veo 3.1, Veo 3.1 Fast und Veo 3.1 Lite. Veo 3 (das ursprüngliche Modell 3.0) ist in Googles API als veraltet markiert – setze also auf 3.1.
Mit welcher Veo-3.1-Stufe du anfängst
Google bietet drei Veo-3.1-Stufen an. Welche passt, hängt davon ab, wie final der Clip sein muss:
- Veo 3.1 – die Stufe mit der höchsten Wiedergabetreue, für Einstellungen, die in den finalen Schnitt kommen.
- Veo 3.1 Fast – eine günstigere Stufe für den Alltag; auf dieser Website ist sie auch diejenige, die bis zu drei Referenzbilder annimmt.
- Veo 3.1 Lite – Googles kosteneffizienteste Stufe, gut zum Entwerfen von Prompts und zum Testen von Ideen, bevor du mehr ausgibst.
Eine praktische Routine für ehemalige Sora-Nutzer: Entwirf den Prompt auf Lite und generiere die Version, die dir gefällt, danach auf Veo 3.1 in der benötigten Auflösung neu.
Veo 3.1 auf Veo Video nutzen
Veo Video bietet alle drei Veo-3.1-Stufen. Jede Generierung ist ein 8-Sekunden-Clip mit Ton, in 16:9 oder 9:16, in 720p, 1080p oder 4K, aus Text oder aus einem Bild mit optionalem Endbild. Clipverlängerung und Längen von 4 oder 6 Sekunden gibt es hier nicht. Neue Konten erhalten 30 Credits – genug für einen Clip mit Veo 3.1 Lite in 720p und damit eine gute Möglichkeit, einen deiner alten Sora-Prompts zu testen, bevor du dich festlegst. Wenn du auf Soras längere Einzelaufnahmen angewiesen warst: Der KI-Videogenerator bietet auch MiniMax H3 Max für längere Clips in einem Durchgang.
Einen Vergleich der beiden Modelle Funktion für Funktion findest du in Veo 3.1 vs. Sora 2. Wenn du andere Alternativen abwägst, lies Veo 3.1 vs. Kling AI und Veo 3.1 vs. Grok Imagine.
